Hyperthermie bezeichnet die gezielte Anwendung von Wärme in der Behandlung von Krankheiten und umschreibt eine traditionelle Behandlungsmethode fast aller Kulturen. Die Deutsche Krebshilfe sieht die Hyperthermie mittlerweile als „vierte Säule“ der Krebstherapie an. Bei der Ganzkörperhyperthermie (GHT) kann man von einer Fiebertherapie sprechen. Die Erhöhung der Körpertemperatur aktiviert die körpereigene Abwehr. Die Hyperthermie kann in jedem Stadium einer Krebserkrankung eingesetzt werden – sowohl adjuvant (frühzeitig) als auch palliativ (also im späten Stadium). Grundsätzlich gilt: Je früher desto besser!
Funktionsweise
Bei der aktiven Hyperthermie werden mittels sog. Bakterienlysaten Fieberschübe erzeugt, um Krankheitserreger oder Krebszellen zu schädigen. Bei der passiven GHT wird der Körper in einem zeltähnlichen Apparat mit Hilfe von Infrarotstrahlen erwärmt. Hier unterscheidet man zwischen der milden GHT bis ca. 38,5°C (Einsatzgebiet u.a. Fibromyalgie) und der moderaten GHT mit ca. 39,5 - 40°C (Einsatzgebiet u.a. Krebsbehandlung).
Aktive und passive GHT können auch kombiniert werden, was die Verträglichkeit nochmals erhöhen kann. Die Hyperthermie ist vor allem in der naturheilkundlichen Behandlung eine gängige Behandlungsmethode. Von der Schulmedizin wird diese spezielle Wärmetherapie noch nicht vollends anerkannt. Doch die Bedeutung nimmt zu. Jährlich kommen neue Studien hinzu, die ihre Wirksamkeit beweisen.
Einsatzgebiete
Die GHT hat ihre Einsatzgebiete sowohl in der unterstützenden Krebsbehandlung als auch in der Behandlung chronischer Schmerzzustände, chronischer Entzündungen, rheumatischer Erkrankungen, Infektanfälligkeit, chronischem Müdigkeitssyndrom, Allergien, Sportverletzungen oder zur Regeneration. Bei bösartigen Erkrankungen kann die GHT die Wirkung einer Chemotherapie verstärken, während die Nebenwirkungen oft reduziert werden können.
Im Frühstadium wird sie insbesondere in Verbindung mit einer sog. „Tumorimpfung“ angewandt. Auch unterstützt die Ganzkörper-Hyperthermie eine begleitende Immunbehandlung von Tumoren mit z.B. Interferon oder patienteneigenen Tumorvakzinen.
Nicht geeignet ist die Ganzkörper-Hyperthermie bei Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerwiegenden Lungenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen, akuten fieberhaften Infektionen, Hirnmetastasen mit erhöhtem Hirndruck und Epilepsie. Fiebersenkende Mittel sollten während der Behandlung abgesetzt werden.
Immer mehr Therapeuten nutzen das Potential der Hyperthermie insbesondere in Kombination mit anderen, schulmedizinischen Behandlungsmethoden wie Chemo- oder Strahlentherapie. Dadurch wird deren Wirkung verstärkt, Nebenwirkungen dagegen meist abgeschwächt. Wir verwenden die Hyperthermie in Kombination mit einer fundierten biologischen Krebsbehandlung.
Ablauf
Die Hyperthermie ist schmerzfrei und verursacht so gut wie keine Unannehmlichkeiten oder Nebenwirkungen. Dennoch ist jeder Patient unterschiedlich und der Krebs eine sehr komplexe Krankheit, so dass jede Behandlung vom behandelnden Arzt abgewogen wird.
Die Behandlung wird in der Regel ambulant durchgeführt, in Einzelfällen stationär. Je nach Krankheitsverlauf empfiehlt es sich, die Behandlung im Abstand einiger Monate zu wiederholen. Oft sind dann weniger Anwendungen notwendig.
Kosten
Die privaten Krankenkassen übernehmen in der Regel die Behandlung, die gesetzlichen Kassen nicht.
Die Kosten für die Ganzkörperhyperthermie betragen ca. 100,– EURO pro Stunde, im Schnitt ca. 250,– EURO pro Behandlung. Bei kürzerer Anwendung zur Behandlung nicht bösartiger Erkrankungen entsprechend verringerter Kostensatz.
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